Spielball

… und gleich wieder das „Aus“ für Neuwied. Eine Woche lang durfte der Einzelhandel aufatmen, dann musste wieder dicht gemacht werden. Die Fallzahlen an Corona-Neuinfektionen stiegen wieder an, und es kam ein neuer Lock-Down für alle Einzelhändler im Kreis Neuwied. Nach wie vor orientiert sich die Politik in Bund und Land allein an den Fallzahlen, um über Maßnahmen zu entscheiden. Andere Parameter wie z.B. Anzahl der bereits geimpften Personen und Auslastung der Krankenhäuser werden nicht herangezogen. Leidtragende sind wieder einmal die Einzelhändler, die es immer wieder trifft. Dazu gehöre auch ich mit meinem Strickstand. Wenn Sie mich also auf dem Neuwieder Markt vermissen sollten – an mir liegt es nicht. Ich würde nämlich gerne kommen, jedoch verbietet mir die Politik eine Teilnahme. Das kommt einem Berufsverbot gleich und macht mich zum Spielball der Entscheidungsträger. Dabei sind ja einige Berufe gar nicht betroffen. Das ganze produzierende Gewerbe, alle Handwerker (Baugewerbe, Kfz, Schreiner, Installateur etc.), alle juristisch orientierten Berufe (Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Versicherungen etc.) waren nie von Berufsverboten betroffen und sind es auch weiterhin nicht. Alles wird allein auf dem Rücken des Einzelhandels, der Gastronomie/Hotellerie, der Kultur und dem Breitensport (Sportvereine) ausgetragen. Zu meiner Überzeugung versagt hier die Politik. Mein Vertrauen ist auf dem Nullpunkt angelangt. Wann ich an dem Neuwieder Markt wieder teilnehmen kann, ist ungewiss – erst dann jedenfalls, wenn auch die Geschäfte wieder öffnen dürfen.